Galerie Peter Herrmann

Pos1
Alte Kunst der Beninkultur
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Thermolumineszenz - Expertise

Hornbläser
Benin, Nigeria.
18./ 19. Jahrhundert
Bronze
27 cm

 

 



Herold mit Querhorn:


Die Tracht dieses Querhornbläsers geht auf einen schon von Luschan beschriebenen sehr häufig auftauchenden Typus zurück. Die Figur trägt einen verzierten Wickelrock und einen Poncho, der die Seiten des Rumpfes freilässt und in einem Gürtel mit Tiermaske zusammengefasst wird. Die Lendentücher enden in der üblichen Form mit einem links aufragenden gesteiften Fortsatz.

Seinen Helm beschreibt Barbara Blackmun in Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria als bienenkorbartige Kappe mit aufrechtstehender Feder, in die Wellenlinienmuster eingraviert sind. Um den Hals trägt er eine Kette mit Leopardenklauen. Die Forschung geht bei der Deutung meist von einem Hofbeamten aus, der bei öffentlichen Prozessionen mit einem Stoß ins Horn das königliche Gefolge des Oba ankündigt. Da er auf Platten manchmal zusammen mit Kriegern abgebildet wird, muss ebenfalls von militärischen Pflichten ausgegangen werden.


Vgl.:
Felix von LUSCHAN: Die Altertümer von Benin, Band 1-3, Berlin 1919, S. 292/ 293.
William B. FAGG: Bildwerke aus Nigeria, München 1963, S. 58.
Barbara PLANKENSTEINER (Hg.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria, Wien 2007, S. 315.



Vergleichsobjekte:  

Abbildungen:

Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum
 

Felix von LUSCHAN: Die Altertümer von Benin, Band 1-3, Berlin 1919, Tafel 72.

British Museum, London
 

William B. FAGG: Bildwerke aus Nigeria, München 1963, S. 59.

The Trustees of the National Museums Scotland, Edinburgh  

Barbara PLANKENSTEINER (Hg.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria, Wien 2007, S. 315.