Galerie Peter Herrmann

Pos1
Ancient Art from Africa
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Statue D'mba from a holy forest
Baga, Guinea
wood, carved relief. 176 cm

english text

 

D'mba Figur aus einem heiligen Wald
Baga, Guinea
177 cm
vermutlich Ende 19. Jahrhundert. Reliefierte Geschichte einer Völkerwanderung. Eine von vermutlich ursprünglich acht Figuren (mündlich überliefert )

sold

Die auf einem Sockel mit leicht abgewinkelten Beinen stehende Figur trägt einen vorspringenden, schmalen, halbrunden übergrossen Kopf, der menschliche und tierische Komponenten vereint. Über den Kopf verläuft ein langer Kamm, der wie die Hakennase der Figur Assoziationen an einen Vogel erweckt. Die Augen sind gross und schmal. Der überlange Kiefer erinnert an den eines Krokodils und endet in einem spitz zulaufendem Mund.

Die Seitenflächen des Kopfes sind von geometrischen Ornamenten durchzogen. Die grossen Ohren sind sehr weit hinten angelegt. An dem überlängten Hals befindet sich hinten eine konvexe Ausbuchtung. Die Arme sind angewinkelt und die Figur greift sich mit den Händen an das Kinn. Die reliefierten Oberarme zeigen jeweils das Symbol des Krokodils, während die Unterarme fast bis zu den Ellbogen mit Ringen geschmückt sind. Der kurze Oberkörper geht in einen sehr ausladenden Bauch über. Dieser ist sowohl von einem Ornamentband als auch von einem Figurenrelief besetzt.

Die Figuren erinnern an Atlanten, die etwas zu tragen scheinen. Sie erzählen die Geschichte einer Völkerwanderung. Unklar ist noch ob es sich dabei um den bekannten Auszug aus dem Fouta Djallon-Gebiet handelt oder um eine Clanspaltung.

Ober- und Unterschenkel der Figur sind jeweils wieder mit einem Krokodil verziert. Die flachen, eckigen Füsse stehen auf einem in der Form organischen Socke,l der durch Witterungspuren schon angegriffen ist. In den siebziger Jahren wurde die Figur durch unsachgemässe Behandlung von ihrer Alterspatina "gereinigt". Dadurch ist jedoch das Holz gut sichtbar und gibt neue Rätsel auf.

Gewicht und Struktur lassen auf Palmholz schliessen, was jedoch in zweierlei Hinsicht ungewöhnlich ist. Palmholz wurde für Skulpturen und Masken kaum verwendet, da es sich auch in getrocknetem Zustand stark wirft und schwer zu bearbeiten ist. Heute gibt es mit diesem Umfang keine Palmen mehr, was wiederum eine Altersdatierung auf das 19te Jahrhundert unterstützt.



The figure standing on a pedestal with firmly planted bent legs has a projecting, half-round and huge head with anthropomorphic components. Upon the head runs a long crest. Conspicuous hook-nose. Large and narrow eyes. Overlong jaw with a round mouth in an expression as beeing surprised.

The temples are decorated with geometrical ornaments. Big ears. Placed at the neck is a large bulge. The hands are formed as a funnel like to call somebody ore beeing frozen in a dramatic gesture of surprise.

Each upper arm shows a relief of a crocodile. The forearms are decorated with rings almost to the elbows. The giant stomach is bordered with an ornament belt and reliefed atlant figures who seems to carry something.

They are telling the story of a tribal migration either from the Fouta Djallon territory or about a later clan splitting.

The legs are decorated with crocodiles. The flat feets are standing on a weathered pedestal with a organic form. In the seventies the figure has been "cleaned" from his aged patina by unprofessional treatment.Structure and weight of the wood indicates palm-tree or something similar, rarely used for carving.