Galerie Peter Herrmann
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Alte Kunst aus Afrika
 
151 Head Ife
 
Zur Hauptseite Bronzen
 
157 Kopf Ife 40cm
 
Kopf Ife 25 cm

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Thermolumineszenz-Expertise Gedenkkopf
Ex 06H090226

Ife, Nigeria
Bronze
etwa 580 Jahre alt
25 cm

Abgebildet im Netz seit April 2026
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Erläuterung

Als Leo Frobenius 1910 einen vergleichbaren Ife-Kopf fand und publizierte, war die Überraschung über die Qualität und Ausführung so groß, dass man die Arbeiten nicht Afrikanern sondern einer griechischen Kolonie zuschrieb. Dabei sprechen Physiognomie und Symbolik ganz offensichtlich für einen Ursprung in Afrika. Spätestens seit Willetts Veröffentlichungen zweifelt niemand mehr an dem Ursprung in Afrika.

An der Physiognomie dieses Ife-Kopfes wird der hohe Realitästanspruch der Gießerwerkstätten deutlich. Dies ist besonders an den Ohren, aber auch an den Augen und der weich modelierten Nase erkennbar. Die Ohren sind nicht mehr nur angedeutet, wie bei vielen Benin-Köpfen, sondern vollplastisch ausgearbeitet. Die sonst so typischen Löcher an Mund und Wangen fehlen diesem Objekt. Nur am Hals sind sie zur Befestigung an einen Holzrumpf ausgestanzt. Auffällig ist neben den fehlenden Löchern auch die Ausarbeitung des reich verzierten und mit typischen Ife-Aufsatz bekrönten Kopfschmucks.

Über das enge Linienmuster im Gesicht dieses sehr zart geformten Kopfes mit den realistischen Gesichtszügen existieren unterschiedliche Theorien. Einige gehen davon aus, dass es sich um Schmucknarben handelt; andere meinen, die Streifen sollen einen Schleier darstellen, der an der Krone befestigt war.

Die hohe Qualität der Ife-Köpfe führte lange zu der Annahme, die Ursprünge der Bronzegießertradition in Westafrika seien in Ife zu finden. Schon sehr früh, stellte die Galerie diese These nach Recherchen zur Disposition. Wie der Ethnologe Stefan Eisenhofer in einigen seiner Artikel schlüssig belegt, ist diese Ursprungstheorie aber keineswegs bewiesen. Die Tradition der Fertigung stammt vermutlich aus Benin und wurde dort im Auftrag gefertigt. In Benin sind alte Werkstätten und die Gilde schon etwa 1000 Jahre nachweisbar. Mir dieser Behauptung befindet sich Eisenhofer und Herrmann im Gegensatz zu Willet und Plankensteiner.

Vgl.:
Frank Willett Ife. Metropole afrikanischer Kunst. Bergisch Gladbach 1967, S. 36.
Barbara Plankensteiner (Hg.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria. Wien 2007, S. 272.
Stefan Eisenhofer: Ife und die Chronologie der Benin-Bronzen

Kopf Ife 25 cm 2 Kopf Ife 25 cm 1

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Vergleichsobjekte:  
Abbildungen:
 
Federal Department of Antiquities, Lagos, Nigeria
Elsy LEUZINGER: Die Kunst von Schwarz-Afrika, Recklinghausen, 1972, S. 151.
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Ife Museum für Ife-Altertümer
Schätze aus Alt-Nigeria. Ministerium für Kultur, Berlin (Ost) 1985, S. 116.
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Frank WILLETT: Ife. Metropole afrikanischer Kunst, Bergisch Gladbach 1967, S. 37.
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British Museum, London
William B. FAGG: Bildwerke aus Nigeria, München 1963, S. 39.
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Till Förster: Kunst in Afrika, Köln 1988, S. 2.
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Ife Museum für Ife-Altertümer (Kopie)
Ekpo EYO, Frank Willett: Kunstschätze aus Alt-Nigeria, Mainz 1983, S. 21.
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