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Das zweite Argument für "neu" war, wie erwartet, 0,3 % in der Legierung enthaltenes Aluminium. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zuerst, dass die zum Vergleich herangezogenen zwei Ife-Köpfe noch nicht auf Aluminium untersucht wurden und deshalb die Grundlage für einen Vergleich gar nicht gegeben war. Auch bei dieser Analyse wurde erstaunlicherweise nicht zwischen Oxyd und Metall unterschieden. Die vereinfachte Analyse von Oxford kann zwischen diesen beiden Zuständen gar nicht unterscheiden. Es ist also schon klar die Situation gegeben, dass nicht nur ein Resultat falsch interpretiert ist, sondern bereits Fehler in der Analyse stecken.
Eine Entzinkung an der Oberfläche durch Korrosion, die als normaler Prozess durch unterschiedliche Spannung von Kupfer und Zink an der Luft vonstatten geht, wird in der Oxford-Analyse falsch interprätiert. Die Oberfläche sei zur Herstellung einer falschen Patina mit einer Fackel geflammt, was den Zinkanteil verdampfen ließ. Vom Analysten entdeckte Eisen-Nickel-Verunreinigungen in einer definitiv falsch angelegten Vergrößerung lassen den Analysten schon wieder zu der Aussage gelangen, dies könne in einem Ife-Kopf nicht sein.
Dies sollten nach genauerer Analyse der Expertise nicht die einzigen Fehler bleiben, die man in Oxford machte. Wild und ohne relevante Grundlage spekuliert der Analyst über Mengen von Metallanteilen in der Legierung und Korrosionsspuren auf der Oberfläche, benutzte irrelevante Methoden und ist völlig veraltet in der Analyse. In einem gesonderten Artikel gehen wir auf alle diese Fehler ein und müssen daraus ableitend kategorisch feststellen, dass diese Analysen so nicht zu benutzen sind.
Eine besonders bizarre Note erhielt die Expertise mit einem angegebenen Alter von 50-60 Jahren. Diese Angabe erfolgte ohne nachvollziehbare Grundlage und ist so exakt wie ein am Biertresen gewürfeltes Ergebnis. Auf jeden Fall wäre der Kopf damit jünger als sein Kaufdatum.
An dieser Stelle beginnt sich nun aufzuhellen, warum einige "Experten" den Begriff "Fälschungsschwemme" benutzten, die wir nie nachvollziehen konnten.
Kann es sein, dass die großen Auktionshäuser, die meist keine Analyseergebnisse in ihren Katalogen angeben, aber bekanntermaßen mit Oxford zusammenarbeiten, einen großen Ausschuss an Objekten nach einer Analyse haben? Wenn sowohl eine TL, die ebenfalls in Oxford angeboten wird (!), als auch eine metallische Analyse gemacht wurde und sich dadurch bei einem Großteil der geprüften Objekte zwischen beiden Analysen ein Widerspruch ergab, wurden diese Objekte dann ausgesondert und ergaben damit eine Rückgabe an den Einlieferer mit dem Hinweis "Fälschung"? Nur ein kleiner Teil, der mit den metallischen Reihen bei Blei und Zink übereinstimmte und meist aus überseeischen Importlegierungen ab dem 15. Jahrhundert ohne Aluminium bestand, hätte demnach die Chance gehabt, in eine Auktion zu gelangen?
Von der Mutmaßung wieder zurück zu konsequenter Logik, der wir die Aussage 50-60 Jahre zugrundelegen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine TL, ergo keine Fälscherintention, die mit einer Gusskerneinbringung operieren konnte. Seit den 1970ern gibt es TL-Analysen, die der universitären Metallanalyse zunächst ergänzend beigestellt wurde. Ein wirkliches Problem begann vor etwa 10 Jahren, als kommerzielle Metallanalysten auf den Markt drückten und sich die Expertisen immer mehr widersprachen. Es schien nicht mehr Konsenssuche im Vordergrund, sondern Verdrängungswettbewerb.
Von falschen Analysen abgeleitete Anschuldigungen dieser Laborbetreiber haben eine fatale Wirkung auf den Handel und somit auch auf den Autor. Sie unterstellen damit, zu Ende gedacht, ich hätte schon vor 1989, dem Datum meiner ersten Analyseaufträge, an Objekten aus Nigeria und Kamerun Gußkernreste eingebracht. Schlussfolgernd hätte ich dies prophetisch bei Objekten gemacht die stilistisch Anfang der Neunziger noch gar nicht näher bestimmt waren und diese vorrausschauend mit einem Alter versehen, das mit keiner damaligen Forschung übereinstimmte.
Die Irrelevanz der Aussage von Oxford und ableitend davon auch von den uns vorliegenden deutschen Metallanalysen nimmt weitere Größen an. Über Dänemark in den 1950er eingeführte Objekte aus Nigeria, in den 1940ern eingeführte Bronzen aus Kamerun, in den 1920er eingeführte Bronzen aus Mali, aus Nachlässen, von Privatpersonen, von europäischen und afrikanischen Händlern - alle wären nach der Metallurgentheorie in einem ominösen Labor gelandet, wo sie nach einer Methode die niemand benennen kann mit Gußkernresten versehen wurden. Dies alles wäre so gut getarnt, dass nach dreißig Jahren kommerzieller TL noch niemand einen Fälscher und seine Methode nennen kann. Dass es keine Beweisführung gibt, nach welcher Methode diese Einbringung funktionieren soll, außer mit Bindemittel versehenes Pulver einzuschmieren. Dass hunderte, tausende Objekte von Sammlern und Händlern sich in ein Fälscherkartell fügten, dessen Strukturen nie offengelegt werden konnten?
Die Altersangabe von "neu" oder "50-60 Jahren" ist so absurd, dass wir es, davon ableitend, mit einem Fälscherring in einer nie dagewesenen Dimension zu tun hätten, der es noch gleichzeitig schafft, Händler, TL-Labors, Sammler und Wissenschaftler so für seine Zwecke einzuspannen, dass die gar nicht merken, für was sie benutzt wurden. Diese Logik eines weltweit vernetzten Ringes von Menschen, die sich nicht kennen, sich nie gesehen haben, keinem gemeinsamen Verein, keiner Loge angehören, hätten die absurde Gemeinsamkeit, eine Fälschungsmethode anzuwenden, die niemand nachweisen kann? Dies in Gegenüberstellung von fragwürdigen und veralteten Methoden der Metallanalyse?
Es gibt schon Gerichtsurteile aus den 1990ern, in denen namhafte Experten mit Doktoren- und Professorentitel ein Vorhandensein von Aluminium bestätigen. In denen Zinkanteile in unterschiedlichen Mengengrößen bestätigt wurden. In denen Bleibestandteile und deren Reaktionen, die Oxford noch heute zugrunde legt, ad absurdum geführt wurden und die diese Prozesse ohne Einschränkungen anhand von Benin- und Ifeobjekten zu 100 Prozent gewonnen haben.
Gerichte und Wissenschaftler. Auch sie alle in einem riesigen gemeinsamen Ring vereinigt?
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