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Villa Gottfried

Parlamentarische Fachgespräche

Einladung bei Bundespräsident Köhler

Balance

Kulturprojekt Städtepartnerschaft Berlin - Windhoek 2008 - 2010

Afrikanische Kulturtage Berlin 2008


In der Politik zeichneten sich bezogen auf Afrika interessante Bewegungen ab. Das Journal der Afrika Stiftung, die Afrika-Post, hat sich ein neues Outfit verpasst und legt sichtbar mehr Wert auf Kulturberichterstattung. Dr. Uschi Eid, MdB, ehemalige parlamentarische Staatssekretärin im BMZ und G8 Beauftragte des Bundeskanzler Schröder für Afrika, hat sich von der Entwicklungspolitik weitgehend verabschiedet und ist nun, neben dem stellvertretenden Vorsitz der Deutschen Afrika Stiftung, Mitglied des Aufsichtsrates des IFA, Mitglied vom Unterausschuss "Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik". In Zukunft fokusiert sie ihre politische Arbeit auf den Kulturaspekt. Für Insider aus dem Bereich Projektentwicklung eine gut Nachricht, da kompetente Ansprechpartner aus der Politik bisher fast nicht vorhanden waren.

Uschi Eid und ihre Mitarbeiterinnen bereiteten für Oktober 2006 einen Gesprächskreis vor, bei dem aus Afrika stammende Künstlerinnen und Künstler als Podiumsreferenten eingeladen wurden. Peter Herrmann konnte im Vorfeld einige Details als Vorschläge beitragen und erstellte die Liste der Teilnehmer. Ein Hauptanliegen von Frau Eid war in diesem Zusammenhang eine Aktivierung der Kulturarbeit der Grünen, bei denen Afrika eine Schlüsselrolle einnehmen soll. Der Gesprächskreis sollte weiter dazu dienen, Kulturschaffenden ein Forum für Kontakte zu bieten und es Parlamentariern zu ermöglichen, den Bestand der Szene zu erfassen. Ein weiteres Forum fand Anfang 2007 statt, bei dem in der Heinrich-Böll-Stiftung diesmal Vertreter verschiedener Institutionen wie Auswärtiges Amt, Goethe-Forum und Haus der Kulturen der Welt das Gespräch führten. Ein weiteres Treffen, von Frau Eid iniziiert, fand im April 2007 statt. Es wurden ausschliesslich diplomatische Vertreter afrikanischer Staaten geladen und das Thema Notwendigkeit diplomatischer Kulturarbeit erörtert.

Am 23. Mai 2006 war Peter Herrmann bei Herrn Bundespräsident Köhler im Bundespräsidialamt eingeladen. Das Gespräch sollte über die Funktion, Bedeutung und Entwicklung afrikanischer Kunst und Kultur im afrikanischen Kontext orientieren. Dabei stand u.a. die Frage zur Debatte, ob Kunst, Kultur und Tradition in Afrika in der Lage sein könnten, Selbstbewusstsein und Halt in einer sich immer schneller wandelnden Welt zu vermitteln. Auch die Frage, welche Rolle afrikanische Kunst und Kultur in Deutschland spielt und wie sie ggf. von hier aus zu stärken ist, war Gegenstand des Gesprächs.

Es erwacht ein neues Interesse der Politik, die ihrerseits im Schulterschluß die Wirtschaft mitnimmt. Wer bisher im Bereich Projektentwicklung arbeitete und keine Ansprechpartner in den staatlich gelenkten Institutionen finden konnte, die alle Gelder nur intern zirkulieren ließen und bestenfalls für umsonst ihnen dienliche Adressen abstaubten, kann nun hoffen, durch neue Kooperationen auch an finanzielle Mittel zu gelangen, die bisher fast ausschließlich an Hilfsorganisationen vergeben wurden.

Ein wichtiger Ansatz konnte, bei aller Kritik, durch die Bundeszentrale für politische Bildung dahin gehend realisiert werden. Erstmals wurden eine Reihe professioneller Kulturarbeiter zur Ausführung des Projekts Africomes berufen und, wenngleich auch wenig, aber mit Geld bezahlt. (Aber!) Der Zeitpunkt ist gut, hier lebende Afrikaner, Afrodeutsche und zu einem afrikanischen Thema arbeitende deutsche Künstler mit ihren Kenntnissen zu buchen. Parallel zu diesen Entwicklungen beschäftigen sich immer mehr diplomatische Vertretungen mit dem Thema Kulturarbeit, das nach dem Berlinumzug einen anderen Stellenwert einnimmt als in Bonn. Da ein kulturelles afrikanisches Leben aber hauptsächlich in Süd- und Westdeutschland stattfindet, haben diese Vertretungen wenig Wissen, wer für ihre Belange in Frage kommen könnte.

Wir kennen die Profis.