Galerie Peter Herrmann
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Alte Kunst aus Afrika
 
Platte Mann
 
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Platte Welsbeine

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Thermolumineszenz- Expertise Reliefplatte Oba Ohen

to Expertise

Benin, Nigeria
um 1780
Bronze
25 x 19 cm

Abgebildet im Netz seit Juni 2026
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Erläuterung

Ein sowohl künstlerisch als auch handwerklich gut gestalteter Guss, der zum Aufhängen produziert wurde. Das Motiv ist eine Erinnerung an den im 14. Jahrhundert lebenden König Ohen, der nach seiner Lähmung der Beine erklärte, er hätte sich in den Meeresgott Olokun verwandelt.

Offensichtlich ist seine Existenz mit wichtigen mythologischen Interpretationen verbunden, da sich das Motiv bis in die Neuzeit vielerlei Interpretationen erfreut. Eine davon sehen Sie auf der Seite Galerie, die wir 2007 ausgestellt hatten mit einem Text von Dorina Hecht Reliefplatte mit Oba und Begleiter. Dort verweist sie auf Felix von Luschan der in dem Zusammenhang der Beine von einem historischen Bezug des Zitterwels spricht. Ein Raubfisch der in den Binnengewässern Westafrikas beheimatet ist. Beide Beine werden jeweils als Fisch dargestellt.

Die Bedeutung der Person wird durch ein reich besticktes Korallenhemd betont, das mit langen Ärmeln bis an die Hände reicht und dadurch einen enormen Reichtum betont. Halskette und der große, für Benin typische Kragenkleidung die über das Kinn bis zum Mund reicht sind ebenfalls aus roten Korallen. Auch die Hutbordüre ist mit ihnen verziert. Der Rock ist dick mit Flechtbordüren dargestellt, die sich im Hintergrund der Person auf der Platte wiederholen.

Diese Verzierungen sind aktuell, Mitte der zwanziger Jahre, Gegenstand von ethnologischer Forschung. Man ist der Meinung, dass sich durch detaillierte Besonderheiten das Alter bestimmen lässt. Ein Unterfangen, bei dem Peter Herrmann etwas skeptisch zuschaut, weil keine Laborergebnisse im Vergleich akzeptiert werden und eindeutige handwerkliche Schwächen in Epochen als Besonderheit eingeteilt werden. Solcherart Forschung konnten schon an anderen motivischen Versuchen von der Galerie als Falsch bewiesen werden

Neben der aufwendigen Kleidung hält Oba Ohen in jeder Hand den Schwanz eines Leoparden, der auf dem Land als Raubtier symbolisch denselben Stellenwert hat wie der elektrische Wels im Wasser Beide Leoparden werden zu Randverzierungen, ebenso wie die auf Wasser weisenden drei Frösche. Auf beiden Seiten der Ränder sind zwischen Frosch und Leopard noch längliche kleine Gegenstände angebracht, die sich nicht deuten lassen, aber Grund ihrer Position etwas aussagen sollen. Im unteren Teil sind symmetrisch zwei gebogene Unterarme mit Hand dargestellt, die eine Pflanze halten. Eine Darstellung, die schon an anderen Objekten zu sehen ist, also eine besondere Bedeutung hat, aber nicht beschrieben werden kann.

Die kleine Platte, hergestellt im verlorenen Guss, hat keinerlei Beschädigungen und eine gleichmäßig gereifte Patina. Ein paar winzige Lufteinschlüsse sind an unbedeutenden Stellen fast nicht sichtbar. Ein Meisterstück aus dem 18. Jahrhundert


Vgl .:
Frank WILLETT: Ife. Metropole afrikanischer Kunst, Bergisch Gladbach 1967.
Felix von LUSCHAN: Die Altertümer von Benin, Band 1, Berlin 1919, S. 93.
Barbara PLANKENSTEINER (Hg.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria, Wien 2007, S. 391 - 393.


Vergleichsobjekte:   Abbildungen:
Linie Grau
Museum Benin   Frank WILLETT: Ife. Metropole afrikanischer Kunst, Bergisch Gladbach 1967, S. 193
Linie Grau
Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin   William B. FAGG: Bildwerke aus Nigeria, München 1963, S. 46.
Linie Grau
W./ B. FORMAN, Philip DARK: Die Kunst von Benin, Prag 1960.  
Felix von LUSCHAN: Die Altertümer von Benin, Band II, Berlin 1919, Tafel 43.
Linie Grau
 
W./ B. FORMAN, Philip DARK: Die Kunst von Benin, Prag 1960, S. 99, 100, 101
Linie Grau
Museum für Völkerkunde zu Leipzig  
Barbara PLANKENSTEINER (Hg.): Benin. Könige und Rituale. Höfische Kunst aus Nigeria, Wien 2007, S. 391.


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